elternzeit

 

sorgen kind

nachtgedanken
zwischendecke der reigen aus nein
und doch.

ich tanze
engschuhig
den takt meiner
dompteusen.

dies ist mein auftrag:
honigbrot zu backen
eilig in abschieden
und abschnitten

über kopf tastend
die mitgift zu sammeln
für die reise.

mit drahtsaum und biesen
mein kostüm auf empfang –
wovon ich träumte?

die meinzeit
stiehlt sich fort ein blatt
löst sich vom baum

schwarz fliegt auf 
die amsel schnabellos
vor gelbem blatt.

verkantete geschichten.
alles mitnehmen hieß es.
das haben wir davon.

 

die mutter

ein hohes blatt fällt hinter
dir zu boden.
es ist nicht einfach –

eben geboren doch
jetzt schluss
endlich

so weit mit dir
bleibst du ein kind
verpackt

in gebrechlichkeit
auf verschickung in
ein fremdes land.

die haben alles zusammengelegt
sagst du
ard zdf und alle zusammen
zeigen sie nur kriege
auch die alten.

in mir steigt ein meer auf
steigt höher ohne rückhalt
ohne trostpumpe das salzmeer
steigt bis zum hals
wo alles ertrinkt
auch die zähne und
die guten worte.

meine schulterkönigin –
schwer zu wissen
was uns trennt und eint
ein schwimmendes land
ein vogelstreit
das ungute gefühl –

die amsel an gelben tagen
schnabellos
den kanal kriegen die nicht voll
nicht zu fassen wie es ist

wenn alle programme
sich zusammentun
und nur noch kriege zeigen
auch die alten und die um gelb.