grün

I.

im erdreich wurzeltief lebte ich lange vor der zeit
nun blendet mich das licht und die präsens der dinge

tief im erdgrund war ich aller anfang alle möglichkeit –
als dann das vorgrün drehend seine richtung

erfand und im all erklang war ich dabei.
um zeugnis zu geben wählte ich worte und zeichen

pflanzte sinn und zeitpunkt des verdorrens:
wir sind im licht und nennen unsere namen.

II.

bin oft vor schwarz erfroren
so baute ich ein heim inmitten
eintagsfliegen und basaltgestein

im toten raum der nacht
zwischen nichts und nirgends
pflanzte ich grün und setzte

eine holzallee baumschwer
mit himmel an den blättern 
wolkenweiß ist seitdem meine stirn

an sandgetragener küste fahr ich
über land und salze das meer –
silberner fisch spült meinen weg.

einbaum alter geschichten
trägt mich in die zeit der schwäne 
mit ihnen fliege ich und übe die fremde.

also bin ich in der welt
die ich erschuf hänge
honig auf und stern.