aller grund. / schildpatt

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schildpatt

1

schildpatt
aus dem mond
die blässe

in deinem räder
stuhl thronst
du fern. zu
schmal
sagt die schwester
sei er
zu eng sagt sie,
sagst du
mir.

was eng ist
was wirklich
eng

ist. dort zu sitzen ohne
teppich
wenn jemand sagt
wie du
wann du
sitzt oder
liegst denn

sei jetzt stumm.

2

Abendbrot.
dem sommer wird früh
der himmel zu
gezogen.

dein bett.
da hat vorher der russe gelegen.
der boden war voller wut
aber die putzhilfe ist nett
und hat sie entfernt.

damals in polen
im schnee
aus schwarzem holz.
bist du dieselbe?
am warten
habe ich dich erkannt.

3

nicht mal in
einem teller nudeln
schmeck das mal schmeckt
das mahl
das sie breiten
das alles ist

blass
wie schildpatt.
das bleiche am mond

ist der tag
der sich öffnet.
dann liegt dort
unter deinen rädern
der boden aus grau wut
wüste und salzmeer.

eine landkarte
kartografiert jeden seiner zeit,
du fährst auf den vortagen der anderen
und fällst dabei schon mittags
über den tellerrand
aus der welt.

Denn eins ist.
es wird nicht mehr so wie.
da nutzt die wut nicht
oder zwei.

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aller grund.


bin jahre schon.
im zwischenland der
wartezeit.

umschwimme schlaf.
bin bleischlucker
in dunklem fluß.

suche etwas,
steigend
wie ein stern.

müde war ich,
flog unter wolken.
doch nun.

schrein und honiglicht.
lausche dem falter
im lied der vokale.

die von bernstein geschenkte zeit
die gelben rosen deiner hochzeit.
alles das.


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