honigwort

i s r a e l

stelzenhaus
auf fremden namen
gehst du nach vorn

befreit versperrt umgeben
von aller sprachen sinn und
von versprochenem. zart

kantig besungen
tretet ihr honig zu mehl.

feinflößlich geh ich auf
federn um ein land –
tupfe flecken. zahlreich. zahllos.
angekommen. vergangen. körperlos.
tupfe leere flecken
male sie nach dem herz.

rufe von weit und anderswo:
ich bin hier in wasserländern in erd
ländern in ländern mit sichtbaren türen
und sehne brücken aus papier.

l i c h t d u f t

zarter wald in zwiebellicht.
nuancen von warm auf grau
leuchten duft aus heißem holz.
tausend jahre thymian – tausende

vergehen in einem hauch hälst du
den zweig der taube ins nichts.

lichttriebene hölzer wald
schreibender bäumlinge
atmen sonnenheiß
ihr flirrendes jetzt.

b u n t s t e i n

totes metall
bedeckt vom staub leerer worte
in sandigem flußlauf ihr corpus
schreit unter salz dem
durstigen.

auf puderstein liegt mein kopf
zu hören was kommen wird
stelle ich die sinne ein
auf goldblatt doch
der boden trocknet zu stahl.

zart und laut ist
buntheit die steigt
im aufwind der küste

edel weiß deine versprechen
auf schiffen damals der entwurf
in sand kommt ihr im flug grau
verdorrt und durstig
ins land des chamäleons
und füttert es grün.

o p a k

ein rudel lederleinen
an leeren nachmittagen
weich lichtig.
shabbat.

wände tragen kleider
wie ein bild. schrill.
opak. ein schlüssel
tag am meer.

über dem asphalt
webt sich die dizengoff
aus wehr. leicht. schwerlied.
salz und blau.

hinter scheibenglas
buntlose stoffe aus nord
weitost. ihre hellste farbe
ist schnee.

sie tragen den geruch
eichiger schränke
ins blau und
tauen ihr gewicht.

c e l l o

herz zieht sich ein – denn
wenn ein cello spielt falle
ich mit allen verdorrten
leeren und durstigen
von der welt und

ich laufe neben
tellerrändern laufe in
losen wäldchen mit nadeln
ihre zarten messer so grün

laufe ich und suche
die tupfen.